Hüttenwochenende im Allgäu mit Sonne und Schnee

Gunzesriedertal 2016Schon am Freitagmittag leuchtet die helle Vorfreude aus den Kindergesichtern. „Bis später“, „Ja, bis gleich“ und „Wir sehen uns auf unserer Hütte“ rufen sich die Buben und Mädchen zur Verabschiedung zu. Die Kleinen können es kaum erwarten wieder auf ihrer „Otto-Schwegler-Hütte“ des DAV Sektion Augsburg im idyllisch gelegenen Gunzesried nahe Sonthofen zusammen zu kommen.

Die Begeisterung vom Vorjahr ist allen noch in Erinnerung und so sind freilich neben den kleinen auch die großen  Geschwisterkinder mit Ihren Eltern dabei. Insgesamt 21 Kinder und 22 Erwachsene treffen sich auf der frisch renovierten, 1070 m hoch gelegenen Selbstversorgerhütte im Herzen der Allgäuer Alpen. Die Zimmer und Lager sind schnell bezogen, sodass auf dem hauseigenen Hang vor dem Abendbrot noch reichlich gerodelt werden kann. Wer möchte bekommt in der 10 Minuten Fußweg entfernten „Buhls Alpe“ eine warme Speise serviert. Bedeutungsvoller als das Essen scheint für die Kinder jedoch die gemeinsame Freude, freies Spiel und zauberhafte Phänomene wie Glitzerschneekristalle zu sein. Bis zur letzten Minute kosten die Kinder ihre Zeit aus, genießen den Raum und werden nicht Müde bis schließlich die Lichter gelöscht werden und Ruhe einkehrt. Jetzt ist nochmal Gelegenheit für die Erwachsenen, sich zu unterhalten und Ideen für den nächsten Tag auszutauschen.

Otto-Schwegler-HütteDer nächste Morgen beginnt mit lachenden Kinderstimmen die sich gegenseitig wecken und aus den Betten rufen. Kaffeeduft und der Geruch von frischen Brezen und Semmeln liegt in der Luft und lädt zum gemütlichen Frühstück ein. Mit Proviant ausgestattet sammeln sich verschiedene Gruppen um ihren Aktivitäten nachzugehen. Manche wandern zur Alpe Rappengschwend und rodeln von dort runter, einige ruft der Berg zum Skifahren oder –touren, andere fahren mit der Gondel auf´s Imberger Horn und sausen mit dem Schlitten wieder ins Tal und selbst „zu Hause auf der Hütte“ verweilen welche, kosten die Möglichkeiten im und ums Haus aus und träumen  davon, wie es wohl wäre selbst eine Hütte in den Bergen zu haben. Das Wetter könnte kaum strahlender sein und so können die vielen gebackenen köstlichen Kuchen von den nach und nach Eintrudelnden auf der Sonnenterrasse mit Blick in die Weite der Bergwelt genascht werden. Gestärkt verteilen sich die ausgelassenen Kinder in der ganzen Hütte, vertiefen sich ins Spiel und scheinen kaum Erwachsene zu brauchen, bis … bis sich wieder der kleine und große Hunger regt und ein Eltern-Koch-Team „lecker Pasta satt“  und knackigen Salat für alle auftischt.

Danach bleibt der Kinderschaar noch reichlich Zeit und auch wieder Kraft um die eigenen Ideen und Phantasien auszuleben. Endlich fallen alle Kinder nach und nach in den Schlaf, getröstet davon, dass die Freunde gleich am nächsten Morgen wieder da sein werden. Die Eltern derweil, sammeln sich wieder im Gemeinschaftsraum, stimmen begleitet von zwei Gitarren Lieder an und singen zusammen bis tief in die Nacht. Nicht ohne vorher noch einmal das große Hüttenfrühstück zu genießen, ist der nächste Tag  für die Eltern schon von Packen, räumen und säubern geprägt. Davon lassen die Kinder sich jedoch nicht stören. Sie sind ganz in ihrem Element und verströmen dabei die ihnen eigene mit Lebendigkeit gefüllte Energie und bringen so das ganz Glück des Daseins zum Ausdruck. Ein letztes Mal ergreifen sie schließlich die Gelegenheit vor dem Haus Schlitten zu fahren bis es gegen Mittag heißt Abschied zu nehmen. Wie gut, das am nächsten Tag gleich wieder Kindergarten ist und man so seine Freunde bald wieder sehen kann.

Autorin: Undine Wöhrl